
Die richtige Auswahl von Arbeitskleidung
Arbeitskleidung dient nicht nur dazu, die Unternehmensfarben zu zeigen oder den Beschäftigten ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben. Eine richtig ausgewählte Jacke, Hose oder ein passender Overall schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein und schützt vor Schmutz sowie vor den Umwelteinflüssen, die mit einer bestimmten Tätigkeit verbunden sind. In einem Lager, auf einer Baustelle, in einer Werkstatt und im Freien gelten unterschiedliche Anforderungen. Deshalb beginnt die Auswahl nicht mit dem Design, sondern mit einer sorgfältigen Betrachtung der tatsächlichen Arbeitsabläufe.
Zunächst müssen die realen Gefahren ermittelt werden: Kälte, Hitze, Feuchtigkeit, schlechte Sichtverhältnisse, mechanische Beschädigungen, Funken oder ein möglicher Kontakt mit chemischen Stoffen. Gewöhnliche Arbeitskleidung und zertifizierte Schutzkleidung sind nicht dasselbe. Wenn eine beschäftigte Person Schutz vor einem bestimmten Risiko benötigt, reicht ein dicker Stoff allein nicht aus. Erforderlich sind eine entsprechende Zweckbestimmung, eine geeignete Kennzeichnung und die Anweisungen des Herstellers.
Auch die Größe ist ein Bestandteil der Sicherheit. Ein zu weiter Ärmel kann von einem beweglichen Maschinenteil erfasst werden, während eine zu enge Hose das Hocken, Klettern und längere Bewegen erschwert. Gute Arbeitskleidung passt sich dem Körper an, ohne ihn einzuengen. In der Praxis ist es besonders sinnvoll, die Kleidung in typischen Arbeitspositionen anzuprobieren: die Arme anheben, sich nach vorn beugen, auf die Knie gehen und einige Schritte laufen. Das zeigt wesentlich mehr, als ruhig vor einem Spiegel zu stehen.
Materialien für Arbeitskleidung
Bei der Auswahl des Stoffes gibt es keine universelle Lösung. Baumwolle fühlt sich angenehm auf der Haut an, nimmt Feuchtigkeit gut auf und bietet im Arbeitsalltag hohen Tragekomfort, trocknet nach dem Nasswerden jedoch vergleichsweise langsam. Polyester behält seine Form besser, ist strapazierfähig und trocknet schnell. Mischgewebe verbinden häufig diese Eigenschaften und werden deshalb bei Arbeitshosen und Arbeitsjacken häufig eingesetzt. Beim Vergleich konkreter Modelle ist es sinnvoll, Arbeitskleidung nach Verwendungszweck, Jahreszeit und Konstruktion zu betrachten und die Auswahl anschließend an die tatsächlichen Arbeitsbedingungen anzupassen.
Das Flächengewicht oder die Dicke des Stoffes ist allein keine Garantie für Qualität. Ebenso wichtig sind die Nähte, Verstärkungen an besonders beanspruchten Stellen, die Haltbarkeit von Reißverschlüssen und Knöpfen sowie die Anordnung der Taschen. Knie- und Ellenbogenbereiche nutzen sich besonders schnell ab, vor allem wenn sich eine Person häufig auf harten Oberflächen abstützt. Auch zu schwere Arbeitskleidung kann problematisch sein: In einer heißen Umgebung erhöht sie die Ermüdung und kann dazu führen, dass Beschäftigte die Kleidung ausziehen oder nicht ordnungsgemäß tragen.
Bequeme Arbeitskleidung
Komfort ist kein Luxus. Wenn Kleidung am Körper scheuert, Schweiß nicht ableitet oder sich bei Bewegungen ständig spannt, verlagert sich die Aufmerksamkeit von der Arbeit auf das unangenehme Tragegefühl. Im Sommer sind Luftzirkulation und Feuchtigkeitsmanagement besonders wichtig, im Winter hingegen das Tragen mehrerer Schichten. Mehrere richtig ausgewählte Kleidungsschichten passen sich Temperaturschwankungen besser an als eine einzige sehr schwere Jacke, insbesondere wenn Beschäftigte häufig zwischen Innen- und Außenbereichen wechseln.
Die Qualität der Konstruktion zeigt sich in alltäglichen Details. Verstellbare Bündchen verhindern das Eindringen von kalter Luft und Staub, ein hoher Kragen schützt vor Wind und elastische Einsätze erleichtern das Bücken und Klettern. Eine Arbeitskleidung kann viele Taschen haben, doch nicht jede davon ist tatsächlich nützlich. Werkzeuge sollten so untergebracht werden, dass sie bei Bewegungen nicht hin- und herschwingen, beim Sitzen in einem Fahrzeug nicht auf den Körper drücken und bei Bedarf leicht mit einer Hand erreichbar sind.
Schutzkleidung am Arbeitsplatz
Arbeitskleidung sollte nur dann als persönliche Schutzausrüstung gelten, wenn sie für den Schutz vor einem bestimmten Risiko entwickelt wurde und die entsprechenden Anforderungen erfüllt. Warnschutzkleidung ist dort erforderlich, wo Beschäftigte in der Nähe von Fahrzeugen oder Maschinen sowie bei schlechten Lichtverhältnissen gut sichtbar sein müssen. Ihre Wirkung entsteht nicht allein durch eine auffällige Farbe, sondern durch die richtige Kombination und Anordnung von fluoreszierendem Material und reflektierenden Streifen.
Bei Arbeiten mit Feuer, Funken, elektrischen Lichtbögen oder chemischen Stoffen kann ein gewöhnlicher Universaloverall keine spezielle Schutzkleidung ersetzen. Unterschiedliche Gefahren erfordern unterschiedliche Materialien und Konstruktionen. Deshalb ist die vom Arbeitgeber durchgeführte Gefährdungsbeurteilung der wichtigste Ausgangspunkt: Zunächst wird die Gefahr bestimmt, anschließend das erforderliche Schutzniveau und erst danach die geeignete Kleidung ausgewählt.
Die Schutzwirkung darf nicht nur am Tag des Kaufs überprüft werden. Ein gerissener Stoff, abgenutzte reflektierende Streifen, beschädigte Verschlüsse oder eine falsche Reinigung können das Schutzniveau verringern. Beschäftigte müssen wissen, wie sie ihre Arbeitskleidung richtig anziehen, kontrollieren und aufbewahren. Wenn ein Schutzausrüstungsgegenstand einen anderen beeinträchtigt, beispielsweise wenn der Kragen einer Jacke den korrekten Sitz einer Atemschutzmaske oder eines Helms verhindert, muss die gesamte Ausrüstung überprüft werden.
Pflege von Arbeitskleidung
Die erste Pflegeregel ist einfach: Das Etikett und die Anweisungen des Herstellers müssen immer gelesen werden. Zu hohe Temperaturen, starke Bleichmittel oder eine ungeeignete chemische Reinigung können den Stoff, die Schutzbeschichtung und reflektierende Elemente beschädigen. Kleidung kann äußerlich sauber aussehen und dennoch ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen. Wasserdichte, flammhemmende und hochsichtbare Produkte müssen besonders sorgfältig behandelt werden.
Wie häufig die Kleidung gewaschen werden muss, hängt von der Art der Tätigkeit ab. Staub, Öl und andere Verunreinigungen sollten rechtzeitig entfernt werden, da angesammelter Schmutz den Stoff beschädigt und in manchen Fällen auch die Schutzwirkung beeinträchtigt. Stark verschmutzte Spezialkleidung zu Hause zu waschen, ist nicht immer die richtige Entscheidung. Wenn ein Stoff gesundheitsschädlich ist, sind eine organisierte Sammlung und eine professionelle Reinigung nach einem sicheren Verfahren erforderlich.
Hochwertige Arbeitskleidung gehört nicht zu den günstigsten Produkten, doch sie ausschließlich nach dem Preis zu beurteilen, ist ein Fehler. Berücksichtigt werden sollte, wie lange sie hält, wie einfach sie zu reinigen ist, ob beschädigte Teile ersetzt werden können und wie häufig Beschäftigte eine neue Garnitur benötigen. Eine gute Auswahl ermöglicht konzentriertes und ungestörtes Arbeiten. Die Kleidung macht bei jeder Bewegung nicht mehr auf sich aufmerksam – und genau das ist das zuverlässigste Zeichen für echten Komfort.
